„DorfAuto“ – Car-Sharing mal anders


Mobil sein, auch im Alter oder vorübergehend, wenn das Bein gebrochen ist. Teil einer Gemeinschaft zu sein, basisdemokratisch mitzudenken und mitzuhandeln. Die Umwelt durch Nutzung von E-Autos schonen und sich ehrenamtlich zu engagieren, um nicht einzurosten. Die Positiv-Liste vom DorfAuto und e3-Fahrdienst in St. Vit (NRW/ Kreis Gütersloh) ist lang.

Es sind vor allem junge Rentner, die sich ehrenamtlich um die beiden E-Dorf-Autos kümmern, die vor gut 2,5 Jahren angeschafft wurden. Im Herbst letzten Jahres ging zudem der e3-Fahrdienst an den Start. Das Ziel klar: Mobilität für alle im Dorf zu erhalten!

E-Autos plus ehrenamtlichem Engagement plus Vereinsmodel. Dörfer gehen neue Wege.

Die Initiatoren betonen die Vorteile:
– Das Vereinsmodell sorgt dafür, dass sich die FahrerInnen für Sauberkeit und Funktion der DorfAutos verantwortlich fühlen und auch selbst mit anpacken
– Ältere Mitbürger oder kranke junge Menschen können so aktiv bleiben und rüstige Rentner haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, die reihum bewältigt wird
– Nutzer sparen die Kosten für einen eigenen PKW

Andere Kommunen sind interessiert



Problematisch hingegen ist, dass sich das Projekt bislang noch nicht selbst trägt trotz der 186 Vereinsmitglieder und der 26 DorfAuto-Verträge. Spenden sorgen für den Fortbestand. Außerdem sind die Standzeiten der PKW noch zu lang, gerade durch Corona sind die Buchungen stark zurückgegangen, da z.B. die Fahrten zum Sport der Kinder weggefallen sind.

Jedes Jahr gibt es um die 10 Anfragen von anderen Kommunen aus dem eigenen Kreis und den benachbarten Kreisen wie das Modell funktioniert. Im vergangenen Jahr hat Lintel Rheda-Wiedenbrück/ Kreis Gütersloh) nachgezogen.

Ursprünglicher Initiator war der Kreis Gütersloh, der sogar aufgrund der Erfahrungen einen praktischen Leitfaden für Nachahmer erarbeitet hat. Regelmäßiger Austausch mit den NutzerInnen sorgt dafür, das nachgebessert wird. So war z.B. die Pause zwischen den Buchungsmöglichkeiten zu lang und wurde verkürzt.

Bekannt gemacht wurde das Projekt ganz traditionell über eine Postkartenaktion. Die Buchung selbst läuft über den Online-Terminplaner Doodle. Der Telefondienst schaut, ob ein Wagen frei ist, gibt die Infos über die Whats-App-Gruppe an die Fahrer weiter, erhält Antwort, wer Zeit hat und gibt dann eine telefonische Bestätigung durch. Ein Verfahren, was viel persönlichen Einsatz erfordert.

Trotz der Probleme durch Corona sind die Organisatoren optimistisch, was die Zukunft des Modells angeht.

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